Webhosting, vielleicht hattest du schon einmal den Wunsch, deine eigene Website auf deinem eigenen Server zu hosten und bist dir unsicher. In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen zum Thema Webhosting mit dir teilen.
Es gibt verschiedene Arten, eine Website zu hosten, und jede davon hat für ihren Einsatzzweck eigene Vorteile und Nachteile. Je nachdem, wie viel Kontrolle du brauchst, wie viel technisches Wissen du mitbringst und wie viel Zeit du investieren möchtest, kann die passende Lösung ganz unterschiedlich aussehen.
Viele starten mit einem einfachen Webhosting-Paket, weil es unkompliziert ist und man sich nicht um Updates, Sicherheit oder Serverkonfiguration kümmern muss. Andere möchten lieber alles selbst in der Hand haben und setzen auf einen eigenen Server, um maximale Flexibilität zu bekommen. Genau an diesem Punkt tauchen oft die ersten Fragen auf. Welche Technik brauche ich. Wie sicher ist das Ganze. Und lohnt sich der Aufwand überhaupt.
In den folgenden Abschnitten gehe ich darauf ein, welche Erfahrungen ich gesammelt habe, welche Stolpersteine es gibt und worauf du achten solltest, wenn du selbst hosten möchtest. So bekommst du ein Gefühl dafür, welche Lösung am besten zu dir passt und wie du typische Fehler vermeiden kannst.
Meine erste Website
Ich erinnere mich noch sehr gut an meine ersten Webseiten, die ich in jungen Jahren mit Beep World erstellte und später meine ersten Gehversuche mit Frontpage machte. In den 90ern gab es noch keine Verpflichtungen wie Datenschutzerklärungen oder Cookie-Consent-Tools. Man konnte sich noch frei austoben, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Das war auch die Zeit, in der ich mich mit HTML beschäftigte. Irgendwann stieß ich dann auf das Baukastensystem von Data Becker und war von den Ergebnissen beeindruckt, vor allem von dem, was man in kurzer Zeit alles umsetzen konnte. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich mein eigenes Hosting benötigte. Data Becker stellte den Geschäftsbetrieb Ende März 2014 ein. Das Programm Web to Date wurde von Data Becker vertrieben, der Code stammt jedoch aus dem Hause Siquando. Deren Entwicklung verfolge ich auch heute noch.
Seit ungefähr 2016 beschäftige ich mich intensiv mit WordPress und dem Webhosting. Jede von mir entwickelte Seite baut auf der vorherigen auf, sodass ich meine Ergebnisse kontinuierlich verbessere und optimiere. Beim Hosting war es immer schwierig. Entweder gefiel mir die Optik der Menüführung nicht oder die Leistung hat mich gestört. Irgendetwas war immer.
Nun kommt der Teil, über meine Hosting Erfahrung.
Shared Hosting
Shared Hosting bedeutet, dass sich viele Kunden einen einzigen Server teilen. Dadurch ist es sehr günstig und leicht zu verwalten, weil du dich nicht um die Servertechnik kümmern musst. Allerdings steht dir nur begrenzte Leistung zur Verfügung, und du hast kaum Kontrolle über die Konfiguration. Die Performance kann schwanken, weil andere Kunden denselben Server nutzen. Für komplexe Anwendungen ist dieses Modell daher bedingt geeignet. Je nach Anbieter und Paket unterscheidet sich die Leistung.
Heim-Webserver
Ein Heim‑Webserver ist ein Server, der bei dir zu Hause läuft, zum Beispiel auf einem Synology NAS oder einem älteren Rechner. Du hast dabei maximale Kontrolle und kannst alles flexibel anpassen, ohne monatliche Hostingkosten zu haben. Gleichzeitig entstehen aber Stromkosten, und du musst dich selbst um Sicherheit, Updates und Wartung kümmern. Die Upload‑Geschwindigkeit deines Internetanschlusses kann ebenfalls ein limitierender Faktor sein, und professionelle Ausfallsicherheit gibt es nicht, zumindest nicht ohne höhere Investitionen. Du musst eine feste IP haben oder DynDNS verwenden. Der Vorteil, die Daten liegen wirklich alle bei dir.
Root-Server
Ein Root‑Server ist ein Server, bei dem du vollständige Root‑Rechte besitzt. Du kannst jede Software installieren und das System genau nach deinen Vorstellungen konfigurieren. Diese Freiheit bringt jedoch auch Verantwortung mit sich, denn du musst dich selbst um Sicherheit, Updates und Fehlerbehebung kümmern. Ein falsch gesetzter Befehl kann das gesamte System lahmlegen, weshalb Root‑Server eher für erfahrene Anwender geeignet sind. Für Root-Server gibt es gegen Aufpreis auch eine Managed Version, da übernimmt der Anbieter die Wartung komplett.
Dedicated Server
Ein Dedicated Server ist ein kompletter physischer Server, der ausschließlich dir gehört. Dadurch erhältst du die volle Hardwareleistung und musst sie mit niemandem teilen, was eine sehr stabile und zuverlässige Umgebung schafft. Dieses Modell eignet sich besonders für große Projekte, Virtualisierung oder Hosting mehrerer Kunden. Allerdings ist ein Dedicated Server teurer als andere Lösungen, und die technische Verantwortung bleibt ebenfalls bei dir. Zudem bist du auf den Anbieter angewiesen, wenn es zu Hardwaredefekten kommt. Auch hier gibt es gegen Aufpreis eine Managed Version.
Was ist ein Managed Server?
Ein Managed Server kann ein virtueller oder dedizierter Server sein, der dir exklusiv zur Verfügung steht, aber nicht von dir selbst administriert wird. Du hast Zugriff auf deine Website, Datenbanken und Anwendungen, aber keine Root‑Rechte. Stattdessen kümmert sich der Anbieter um:
- Betriebssystem‑Updates
- Sicherheits‑Patches
- Firewall‑Konfiguration
- Monitoring und Performance
- Technischen Support
- uvm.
Managed Server sind teuer, da solltest du dir gut überlegen, ob du die Leistung tatsächlich benötigst. Der Anbieter trifft auch die technischen Entscheidungen.
IP-Reputation
Die IP‑Reputation ist ein wichtiger Faktor für die Zuverlässigkeit eines Servers. Sie beschreibt, wie vertrauenswürdig eine öffentliche IP‑Adresse von Sicherheitsdiensten, Netzwerken und Mailanbietern eingestuft wird. Eine gute Reputation ist notwendig, damit E‑Mails korrekt zugestellt werden, Websites nicht blockiert werden und sicherheitsrelevante Systeme keine Warnungen ausgeben.
Im Zuge der Serverwartungen wird kontrolliert, ob die eingesetzten IP‑Adressen auf bekannten Sperrlisten verzeichnet sind und ob die DNS‑Konfiguration korrekt eingerichtet wurde. Die aktuellen Prüfungen bestätigen, dass die IP‑Adressen unauffällig sind und auf keiner relevanten Blacklist geführt werden. Dadurch ist eine verlässliche Basis für den stabilen Betrieb der Server gewährleistet.
Um die Reputation langfristig zu sichern, ist eine regelmäßige Überwachung notwendig. Dazu gehören ein korrekt konfigurierter Mailserver, gültige DNS‑Einträge wie SPF, DKIM und DMARC, eine sichere Firewall sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit offenen Ports und Diensten. Jede Auffälligkeit kann die Reputation beeinträchtigen und sollte daher frühzeitig erkannt und behoben werden.
Schlusswort
Ich habe nun alles ausprobiert, meine Erfahrungen gesammelt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich die gesamte Administration dem Hoster überlasse und mich lieber um meine Seiten kümmere. Von allen Servervarianten hat mir tatsächlich der Heimserver am besten gefallen. Z.B. die Synology NAS Server lassen sich hervorragend als Webserver einsetzen und stehen herkömmlichen Webservern in nichts nach. Der Nachteil an dieser Lösung ist, dass du eine stabile Internetverbindung benötigst, eine Notstromversorgung haben solltest und ein durchdachtes Sicherungskonzept ausgearbeitet haben musst.
Schöner Blogbeitrag! 👍