Der Schutzfilter ist immer wieder ein interessantes Thema und man kann darüber diskutieren, ob es Sinn macht, einen Schutzfilter aufzuschrauben oder nicht und ob die Qualität der Bilder darunter leidet. In diesem Beitrag beschreibe ich meine Sichtweise.
Warum überhaupt ein Schutzfilter?
Ein Schutzfilter ist ein Glas, das du zum Schutz auf dein Objektiv schraubst. Meist werden UV oder Clear Filter verwendet. Doch welchen Filter verwendet man in welcher Situation?
Der UV-Filter
Der UV‑Filter, wie der Name bereits sagt, schützt das Objektiv vor UV‑Strahlen, aber auch mechanisch. Was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass moderne Objektive bereits über UV‑beschichtete Gläser verfügen. Der eigentliche Nutzen eines UV‑Filters liegt heute daher weniger in der Bildqualität, sondern vielmehr im physischen Schutz. Er fängt Kratzer, Staub, Sandkörner oder einen unglücklichen Stoß ab, bevor sie das Frontglas treffen.
Gerade draußen, bei Wind, am Strand oder in Situationen, in denen man schnell arbeitet, ist so ein Filter ein günstiger Puffer. Und wenn er doch einmal beschädigt wird, tauscht man ihn für ein paar Euro aus, statt ein teures Objektiv reparieren zu lassen. Manche Fotografen schwören deshalb auf einen permanent montierten UV‑Filter, andere verzichten bewusst darauf, um jede zusätzliche Glasfläche zu vermeiden. Am Ende ist es eine pragmatische Entscheidung: Schutz oder maximale optische Reinheit.
Der Clear-Filter
Der Clear‑Filter erfüllt im Grunde denselben Zweck wie ein UV‑Filter, nur ohne jede optische Wirkung. Er verändert das Bild nicht und dient ausschließlich als zusätzlicher Schutz für das Frontglas. Gerade bei hochwertigen Objektiven ist das eine einfache Möglichkeit, die Frontlinse vor Kratzern, Staub, Schmutz oder versehentlichen Berührungen zu schützen.
In Situationen, in denen man viel draußen unterwegs ist oder häufig zwischen Motiven und Perspektiven wechselt, kann ein Clear‑Filter eine sinnvolle Absicherung sein. Wird er beschädigt, tauscht man ihn einfach aus, während eine Reparatur am Objektiv deutlich teurer wäre. Manche Fotografen setzen deshalb konsequent auf einen Clear‑Filter, andere bevorzugen das Arbeiten ohne zusätzliche Glasschicht, um jede potenzielle Reflexion zu vermeiden. Am Ende bleibt es eine persönliche Entscheidung zwischen zusätzlichem Schutz und maximaler optischer Reinheit.
Beeinflusst ein Filter die Bildqualität?
Ob ein Filter die Bildqualität beeinflusst, hängt vor allem von seiner Qualität und Beschichtung ab. Ein guter Filter ist optisch so neutral, dass er im fertigen Bild praktisch nicht auffällt. Bei günstigen oder schlecht vergüteten Filtern kann es dagegen zu Reflexionen, Flares, Kontrastverlust oder leichten Farbstichen kommen. Besonders bei Gegenlicht oder starken Lichtquellen im Bild macht sich das schnell bemerkbar.
Moderne Markenfilter sind in der Regel so aufgebaut, dass sie diese Effekte minimieren. Sie nutzen hochwertige Gläser und Mehrfachvergütungen, die Streulicht reduzieren und die Transmission verbessern. Trotzdem bleibt jede zusätzliche Glasschicht ein potenzieller Einflussfaktor. Wer absolut maximale optische Reinheit möchte, arbeitet daher ohne Filter und verlässt sich auf die Gegenlichtblende als mechanischen Schutz.
Schlusswort
Ich habe die ersten Jahre immer einen Filter verwendet, einfach weil die Objektive sehr teuer sind. Seit ich die L‑Objektive von Canon nutze, wurde mir auch von Canon selbst von zusätzlichen Filtern abgeraten. Die L‑Objektive bestehen aus hochwertigeren Materialien und sind dadurch robuster. Sie verfügen außerdem über hochwertigere Vergütungen. Ein weiterer Punkt ist die Vignettierung, die entstehen kann. Eine vernünftige Streulichtblende ist Schutz genug. Nur am Strand würde ich einen Schutzfilter aufschrauben.
Wie siehst du das Ganze?