Bildbearbeitung: Grafik Tablet oder die Maus?

Bildbearbeitung: Grafik Tablet oder die Maus?

Wenn man mit der Bildbearbeitung anfängt, arbeitet man meistens mit der Maus. Sie liegt ohnehin auf dem Tisch, funktioniert zuverlässig und man kennt die Bedienung seit Jahren. Genau so ging es mir auch. Erst als ich häufiger retuschiert habe und mehr Zeit in Lightroom und später in Luminar Neo und Affinity Photo verbracht habe, wurde mir klar, dass die Maus zwar präzise ist, aber nicht in jeder Situation das ideale Werkzeug. Manche Dinge funktionieren mit dem Stift einfach besser, besonders wenn es um weiche Übergänge oder organische Formen geht.

Mit der Zeit habe ich deshalb verschiedene Eingabegeräte ausprobiert und nutze heute drei Varianten parallel: die Maus, ein klassisches Grafiktablet und ein Convertible‑Notebook mit Stift. Ich muss zugeben, das Grafiktablet ist schon eine schöne Sache, doch ein Convertible ist wieder eine ganz andere Nummer. Es macht einen enormen Unterschied, ob du direkt auf dem Bild arbeitest oder blind auf dem Tablet unterwegs bist.

Die Maus

Meine Logitech MX Master 3 z.B. ist für mich nach wie vor die Maus, die ich am häufigsten nutze. Sie ist präzise, langlebig und ideal für alle Schritte, bei denen es auf kleine, kontrollierte Bewegungen ankommt. Farbkorrekturen, Ebenenverwaltung, Regler in Luminar Neo oder das Sortieren großer Bildmengen funktionieren mit der Maus einfach am besten.

Das Grafik‑Tablet

Ein Grafiktablet zeigt seine Stärken immer dann, wenn es um organische Formen geht. Weiche Pinselstriche, feine Retusche oder präzise Freisteller sehen sich mit einem Stift deutlich natürlicher an als mit der Maus. Der Druck des Stifts wirkt direkt auf die Pinselstärke, was eine Kontrolle ermöglicht, die man mit der Maus nicht möglich ist.

Ich nutze das Grafiktablet seit meinem Convertible kaum noch. Wenn Retuschearbeiten anliegen, greife ich aus Bequemlichkeit zum Notebook.

Das Convertible

Wie sehr ein Convertible meinen Workflow verbessert hat, hätte ich vorher nicht gedacht. Gemeint sind Geräte, die sich vom klassischen Notebook in ein Tablet umklappen lassen und einen Stift unterstützen. Der entscheidende Vorteil liegt in der direkten Arbeit auf dem Display. Man sieht das Bild und setzt den Stift genau dort an, wo man ihn braucht. Das fühlt sich natürlicher an als die indirekte Arbeitsweise eines Grafiktablets, bei dem Hand und Blick getrennt sind.

Besonders unterwegs ist ein Convertible eine enorme Erleichterung. Ich muss kein zusätzliches Grafiktablet mitnehmen und kann trotzdem präzise bearbeiten. Auch zu Hause nutze ich es oft auf dem Sofa oder an Orten, an denen ich keinen großen Arbeitsplatz aufbauen möchte. Touchgesten wie Zoomen oder Drehen des Bildes machen die Bedienung intuitiver und der geringe Platzbedarf passt gut zu einem aufgeräumten Setup.

Der schnelle Wechsel zwischen Maus und Stift ist ein weiterer Vorteil. Ich klappe das Gerät einfach um, nehme den Stift und arbeite direkt weiter. Kein Kabel, kein zusätzliches Gerät, kein Umräumen.

Praxis

Die Meinungen werden hier sicher weit auseinanderliegen, diese Tabelle zeigt meine Sichtweise, wie ich die Geräte einsetze.

AufgabeMausGrafik‑TabletConvertible
Menü & Archiv✔️✔️
Regler Aktivitäten✔️✔️
Hautretusche✔️✔️
Dodge and Burn✔️✔️✔️
Freisteller✔️✔️
Zeichnen und Skizzen✔️✔️
Arbeiten unterwegs✔️

Ein Convertible ersetzt das Grafiktablet nicht vollständig, aber es deckt den größten Teil der Stiftarbeit ab und macht die Bearbeitung flexibler. Besonders wenn man mobil arbeitet oder wenig Platz hat, ist es eine sehr praktische Lösung. Ich muss allerdings dazu sagen, dass das Grafiktablet je nach Modell bei der Neigungserkennung und der Druckintensität oft noch etwas präziser ist.

Schlusswort

Die Maus bleibt nach wie vor das Eingabegerät Nummer eins für mich, ich kann mit ihr alle Bilder so bearbeiten, wie ich es möchte und es kommt auch immer darauf an, was man bearbeitet. Der eine arbeitet mehr mit der Maus, der andere mehr mit dem Stift.

Hätte ich vor dem Kauf des Grafiktablets geahnt, wie genial ein Convertible ist, hätte ich mir nie eines zugelegt. Ja, ein vernünftiges Convertible kostet zwar ein paar Euro, aber unterm Strich hat man nicht nur ein hervorragendes Grafiktablet, sondern auch ein Notfallsystem, wenn der Rechner einmal ausfällt. 🙂

Welches Eingabegerät ziehst du vor?

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