Was habe ich neulich aufgeschnappt? „Mein Handy hat 108 Megapixel. Da kann deine Kamera nicht mithalten.“ Ja, Was soll ich sagen? Es gibt noch immer Menschen, die sich von der Anzahl der Megapixel beeinflussen lassen. Aber warum ist das so? Schauen wir uns das Ganze einmal in der Ultrakurzfassung an.
Bildsensor und Pixelgröße
Der Bildsensor besteht aus Millionen kleiner Lichtzellen, den sogenannten Pixel. Diese Lichtzellen sammeln Lichtinformationen und wandeln sie in elektrische Signale um. Je größer eine Lichtzelle ist, desto mehr Licht kann sie aufnehmen und desto sauberer ist das Signal. Streng genommen gilt: Je größer der Sensor und je geringer die Megapixelzahl, desto besser sind die erfassten Bildinformationen.
Die Bayer-Matrix
Die Bayer‑Matrix ist eigentlich ziemlich simpel. Da der Sensor nur Helligkeitswerte verarbeiten kann, legt man über den Sensor ein Farbfiltermosaik, meist die Bayer‑Matrix. Diese besteht aus 50 % Grün, 25 % Rot und 25 % Blau. Dass der Grünanteil so hoch ist, liegt daran, dass das menschliche Auge für Grün am empfindlichsten ist und Grün die meisten Helligkeitsinformationen liefert. Das Farbbild wird anschließend von der Kamera errechnet. Diesen Vorgang nennt man Demosaicing.
Die Sensorgrößen
Es gibt Bildsensoren in den unterschiedlichsten Größen. Jede Größe hat ihre Vor- und Nachteile. Naja gut, Vorteile sehe ich eigentlich nicht wirklich, eher das physikalisch Mögliche. Zur Veranschaulichung habe ich eine Übersicht erstellt:

PDF-Vollansicht: Kamerasensoren.pdf
Die Größe eines Sensors hängt von dem verfügbaren Platz im Gerät ab. Klar, Handys sollen immer bessere Bilder liefern, doch dazu müssten auch größere Sensoren verbaut werden, und das ist oftmals nicht möglich. Egal ob ein Galaxy Ultra oder einen angeknabberten Apfel, die Bildqualität kann einfach nicht mit einer DSLR oder DSLM mithalten.
108 Megapixel klingen zwar gigantisch, bringen aber auf einem winzigen Smartphone‑Sensor kaum Vorteile. Die Pixel sind extrem klein, nehmen wenig Licht auf und müssen stark von Software bearbeitet werden. Ein größerer Kamerasensor mit weniger, aber größeren Pixeln liefert deshalb die deutlich bessere Bildqualität.
Die Sensortypen
< 1″ Sensor
Sensoren, die kleiner als ein 1‑Zoll‑Sensor sind, finden sich vor allem in z.B. Smartphones, Drohnen, Actioncams und einfachen Kompaktkameras. Sie besitzen eine sehr geringe Lichtfläche, wodurch einzelne Pixel deutlich weniger Licht aufnehmen können. Das Rauschverhalten wird stärker und geringere Dynamik und eingeschränkte Bildqualität bei wenig Licht. Die gute Ansicht auf dem Smartphone liegt an der Softwareoptimierung des Smartphones.
1″ Sensor
Ein großer Kompaktsensor, der deutlich mehr Licht einfängt als typische Smartphone‑Sensoren. Er bietet gute Low‑Light‑Leistung, besseres Rauschverhalten und mehr Detailtreue. Dieser Sensor wird z.B. in Kompaktkameras, Drohen und teilweise auch in Smartphones verwendet.
MFT Sensor
Der Micro Four Thirds (MFT) Sensor ist ein weit verbreiteter Kamera-Sensor, der in Systemkameras vorkommt oder auch in speziellen Industriekameras.
APS‑C Sensor
Das meistgenutzte Sensorformat auf dem Markt. APS‑C wird in vielen Spiegelreflex- und spiegellosen Kameras eingesetzt und gehört zu den am weitesten verbreiteten Sensorgrößen überhaupt.
Vollformat Sensor
Der Vollformat Sensor ist der Standard in der professionellen Fotografie. Er wird in High‑End‑Foto‑ und Videokameras eingesetzt.
Mittelformat 44×33 Sensor
Deutlich größer als Vollformat, aber noch handlich genug für spiegellose Kameras (z. B. Fujifilm GFX, Hasselblad X).
Mittelformat 53×40 Sensor
Das größte gängige digitale Sensorformat (Phase One, Hasselblad H). Maximale Bildqualität, höchste Farbtiefe, größter Dynamikumfang und extrem große Pixel. Wird in High‑End‑Studio‑ und Werbefotografie eingesetzt.
Die Linse
Ein weiterer Grund, warum die Bildqualität eines Handys nicht mit der einer Kamera vergleichbar ist, liegt in der Optik. Kameraobjektive bestehen aus hochwertigen, mehrfach vergüteten Gläsern, die echte Brennweiten erzeugen. Smartphones nutzen winzige Linsen und gleichen das fehlende echte Glas hauptsächlich mit Software aus. Echte Objektive sorgen für höhere Lichtausbeute, weniger Verzerrungen und eine bessere Abbildungsleistung.
Schlusswort
Was ist nun besser? Ich sehe es so: Wenn es um die reine Bildqualität geht, ist die Kamera meine erste Wahl. Alles andere ist situationsbedingt. Klar ist auch, dass es nicht nur auf die Megapixel ankommt, sondern auf die Kombination aus Sensorgröße und Pixelanzahl.
Fotografierst du eher mit der Kamera oder mit dem Handy? Wie beurteilst du die Qualität der Bilder?
Ich möchte hier noch auf den X-Trans-Sensor von Fujifilm verweisen, der einen etwas anderen Ansatz als der Bayer-Sensor verfolgt:
https://en.wikipedia.org/wiki/Fujifilm_X-Trans_sensor
Danke für den Hinweis. Ich wollte den Beitrag nur so kurz wie möglich halten.
Mit Sigma gibt es auch noch einen dritten: https://de.wikipedia.org/wiki/Foveon_X3
Der Bayer‑Sensor ist der Standard und wird universell am häufigsten eingesetzt. Der X‑Trans wird nach meinen Recherchen nur in Fuji‑APS‑C‑Kameras (X‑Serie) verbaut, und der X3 findet sich nur in wenigen Sigma‑Modellen.
Bis jetzt mache ich alles mit dem Smartphone. Früher LG G8 (war großartig!) heute Google Pixel 7. Dabei stört mich, das die Handylinsen alle irgendwie verzerren, gerade Kanten haben leichte Krümmungen etc. Die Frage: wie gut ist eine digitale Spiegelreflex- Kamera…?
Keine Frage, Smartphones machen inzwischen wirklich gute Bilder. Ich nutze meins ja auch hin und wieder. 🙂
>> Die Frage ist: Wie gut ist eine digitale Spiegelreflexkamera…?
Ich behaupte einfach mal, dass schon eine einfache Mittelklasse‑DSLR bessere Ergebnisse liefert. Aber ein Smartphone ist natürlich kompakter. 😉
Keine Frage, die Smartphones machen schon gute Bilder. Ich nutze es ja hin und wieder. 🙂
>> Die Frage: wie gut ist eine digitale Spiegelreflex- Kamera…?
Ich behaupte einfach mal, dass eine Einfache Mittelklasse DSLR bessere Ergebnisse liefert. Aber ein Smartphone ist kompakter. 😉