Wenn du Siemens-Waschmaschinen‑Produkte benutzt, wirst du im Laufe der Jahre bestimmt schon einmal den Fehlercode H:32 gesehen haben. Dieser Fehlercode ist einer von vielen und mehr oder weniger ein Schutzmechanismus der Elektronik.
Warum erscheint H:32
H:32 wird ausgelöst, wenn die Steuerung erkennt, dass die Trommel nicht gleichmäßig läuft. Siemens‑Geräte überwachen den Schleudervorgang sehr genau und brechen ab, wenn die Unwucht zu groß wird. Besonders bei hohen Umdrehungen ist dies sehr sinnvoll, denn so werden die Lager, Dämpfer und der Motor vor Schäden bewahrt.
Was technisch passiert
Siemens‑Geräte erkennen eine Unwucht aufgrund des Motorverhaltens. Die Steuerung vergleicht die Tacho‑/Drehzahlsignale sowie die Motorstrom‑/Drehmomentkurve mit der vorgegebenen Drehzahl. Bei einem abweichenden Muster, etwa Lastspitzen oder unregelmäßigen Schwankungen, geht das Gerät in den Stopp‑Modus. Es erscheint dann nur noch die bekannte Siemens‑Meldung.
Weitere Ursachen
Die Meldung H:32 kann auf mehreren Wegen ausgelöst werden. Das sind für mich die häufigsten Auslöser, sortiert nach Wahrscheinlichkeit.
Verteilung
Der häufigste Auslöser der Unwuchtkontrolle ist die Verteilung der Kleidung in der Maschine. Vielleicht ist nur ein Teil drin, das durch Wasseraufnahme zu schwer geworden ist, oder Kleidungsstücke haben sich zu einem Klumpen vereint.
Dämpfer
Waschmaschinen haben Stoßdämpfer, die die Bewegung der Trommel während des Waschens und Schleuderns ausgleichen. So werden besonders die Lager und andere Bauteile vor ungedämpften Schlägen der Trommel geschützt. Diese Stoßdämpfer können verschlissen oder beschädigt sein.
Elektronik
Selten, aber möglich, kann die Elektronik der Maschine defekt sein. Das erkennt man daran, dass die Maschine sich anders verhält als üblich, das Display dunkler oder fehlerhaft ist oder Anzeigeelemente blinken. Ein Elektronikfehler ist schwer zu beschreiben; im besten Fall gibt die Maschine noch einen Fehlercode wie F:xx aus.
Lösungsmöglichkeiten
Oft ist der Auslöser eine ungleichmäßige Verteilung der Kleidungsstücke. Häufig hilft es, die Wäsche neu zu verteilen oder auszugleichen, wenn die Maschine das Auswuchten nicht selbst reguliert bekommt.
Die Stoßdämpfer verschleißen mit der Zeit, das steht fest. Du erkennst das an Klopfgeräuschen bei höheren Umdrehungen. Wenn du technisch etwas begabt bist, kannst du die Aufhängung der Trommel prüfen: auf Risse, Brüche oder beschädigte Befestigungen.
Wenn die Elektronik beschädigt ist, kann es teuer werden. Du kannst probieren, ob ein Neustart durch Ziehen des Steckers für etwa eine halbe Stunde das Problem löst. Ist das Steuergerät oder die Inverter‑Einheit (moderne Maschinen haben meist eine solche Einheit) defekt, sollte man abwägen, ob sich eine Reparatur lohnt, sofern man das Bauteil nicht selbst tauschen kann. Elektronikkomponenten können ziemlich teuer sein.
Was komplizierter ist
Die Diagnose, Fehlererkennung oder Reparatur wird deutlich schwieriger, wenn es sich um einen Waschtrockner handelt. Zum einen ist in einem Waschtrockner mehr Elektronik verbaut, zum anderen ist er sehr kompakt aufgebaut. An den Inverter unten rechts über der Leckagewanne oder an die Steuereinheit oben unter der Abdeckung kommt man zwar relativ gut heran, aber vieles andere ist ohne größere Demontage kaum möglich, da die Trocknereinheit viel Platz beansprucht.
Schlusswort
Es gibt viele Fehlercodes für Siemens‑Geräte, und da ich seit Jahrzehnten nur Siemens verwende, habe ich mich in der Technik ein wenig eingearbeitet. Der H:32 ist neulich erst erschienen; deshalb dachte ich, ich halte das kurz als Log fest.
Wie sind deine Erfahrungen?