Thermische Kerndrosslung: Ist das nun schlimm?

Thermische Kerndrosslung: Ist das nun schlimm?

Thermische Kerndrosselung einer CPU, kennst du das? In diesem Beitrag möchte ich über meine Erfahrungen zu diesem Thema berichten, auch wie du es prüfen, vorbeugen oder mit wenig Aufwand beseitigen kannst.

Du fragst dich bestimmt, wie ich auf dieses Thema gekommen bin, oder? Es ist ganz einfach: Ich habe meinen Systemstatus gerne im Überblick und lasse im Hintergrund HWiNFO laufen. Das ist ein kleines Tool, das jeden Temperatursensor deines Systems ausliest, besonders interessant für Gamer, die eine Wasserkühlung haben. Egal welches Bauteil einen Temperatursensor hat, er wird ausgelesen, und das kann sehr nützlich für ein sauberes Setup sein.

Was ist eine Thermische Drosslung?

Eine thermische Drosselung ist ein Schutzmechanismus der CPU und bedeutet im Grunde: Deinem Prozessor wird zu warm (heiß), und er reduziert die Leistung automatisch. Moderne CPUs schützen sich selbst, indem sie den Takt senken, sobald bestimmte Temperaturgrenzen erreicht werden. Das verhindert Schäden, kostet aber natürlich Leistung. Viele User bekommen gar nicht mit, dass ihre CPU an ihre Grenzen stößt.

Passiert das nur selten, ist es nicht schlimm. Wenn es ständig vorkommt, zeigt es dir ziemlich deutlich, dass irgendetwas in deinem System nicht stimmt, Kühlung, Airflow, Wärmeleitpaste oder einfach zu viel Last auf einmal. Kurz gesagt, die CPU drosselt, damit sie nicht abraucht.

Wenn deine CPU z. B. im Spiel drosselt, wirst du es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bemerken, besonders bei Rennspielen wie Need for Speed drosselt die CPU gerne mal.

Thermische Kerndrosslung
Thermische Kerndrosslung

Auf diesem Bild siehst du, wenn deine CPU an ihre Grenzen stößt. Das ist jetzt nicht fatal, sondern der Selbstschutz der CPU, Und das mit einer Wasserkühlung.

Fehlereingrenzung

Solltest du dich in diesen roten Bereichen bewegen, gebe ich dir nun ein paar Tipps, wie du Abstand von den hohen Grenzwerten nimmst.

Die CPU-Kühlung

Intel verkauft die Prozessoren als Tray (ohne Kühler) und als Boxed (mit Lüfter). Wenn du die Box-Version verwendest, ist der Kühler bereits für die CPU ausgelegt und mit Wärmeleitpaste vorbereitet. Ich würde immer eine Wasserkühlung vorziehen, sie ist leistungsstärker, platzsparender und sieht auch besser aus. Egal ob bei einer Wasserkühlung oder Luftkühlung, ist die Wärmeleitpaste nicht vernünftig aufgetragen, kann die Kühlung stark beeinträchtigt werden. Und wie viel nehme ich nun? Ich bin immer gut mit einer erbsengroßen Menge in der Mitte der CPU gefahren.

Bei einer Wasserkühlung solltest du nach einer gewissen Zeit (Herstellerangaben beachten) den Wasserfüllstand prüfen. Ist zu wenig Wasser drin, hast du Leistungsverlust. Eigentlich hört man das an der Pumpe.

Gehäuse Airflow

Hat du Hitzestau im Gehäuse, bringt die die beste Kühlung nichts. Da ist es wichtig, dass genug Frischluft ins Gehäuse kommt. Dann solltest du im Bios die Lüfterkurze anpassen, Diese können auch ein paar Grad Unterschied machen. Dies ist von Board zu Board unterschiedlich.

Software

Ein guter CPU-Kühler und der perfekte Airflow reichen aber oft nicht aus. Spiele oder Programme sind oft nicht CPU‑freundlich optimiert und bringen sie dennoch an ihre Grenzen. Intel hat da ein nettes Tool namens Extreme Tuning Utility. Mit diesem Tool kannst du die Leistung deiner CPU erhöhen, aber auch verringern.

Das Ändern des CPU‑Taktes ist nur mit CPUs mit dem Suffix -K möglich.

In meinem Fall habe ich das Fine-Tuning für meinen 13700K wie folgt vorgenommen. Anhand der Herstellerangeben sind mir die technischen Daten bekannt:

CPU-INFO

KategorieWert
ArchitekturRaptor Lake‑S
FertigungsprozessIntel 7 / 10 nm
SockelLGA 1700
Kerne16 (8 P‑Cores + 8 E‑Cores)
Threads24
P‑Core Basistakt3,4 GHz
P‑Core Turbobis 5,4 GHz
E‑Core Basistakt2,5 GHz
E‑Core Turbobis 4,2 GHz
MultiplikatorUnlocked (übertaktbar)
TDP / PBP (PL1)125 W
MTP / PL2253 W
TjMax100 °C
L2‑Cache24 MB
L3‑Cache30 MB
iGPUIntel UHD Graphics 770
iGPU Takt300 MHz / 1,6 GHz Turbo
RAM‑SupportDDR4‑3200, DDR5‑5600, Dual‑Channel
Max. RAM128 GB
PCIe20× PCIe 5.0 + 4× PCIe 4.0 (boardabhängig)
Quelle: Intel
Übrigens, jede CPU hat eine MTP‑Angabe, das ist der Wert (Leistung), den der CPU‑Kühler aufbringen muss. MTP= Maximum Turbo Power

Ich habe meiner CPU etwas Leistung genommen und den Takt stückchenweise reduziert, solange, bis ich für mich die perfekte Einstellung hatte.

Intel Extreme Utility
Intel XTU

Nach jeder Anpassung habe ich einen Stresstest durchgeführt, um sicherzustellen, dass das System stabil läuft, und im Anschluss eine Proberunde gespielt. Das Ganze habe ich so lange gemacht, bis ich dann dieses Ergebnis hatte:

HWiNFO nach der Optimierung
HWiNFO danach

Mit diesen Werten kann ich leben, um die drei Stunden Spielzeit, bei einer Raumtemperatur von ca. 21 Grad. Im Sommer herrschen in der Kiste ein paar Grad mehr.

Intels Suffix-Tabelle

SuffixBedeutungBeschreibung
KUnlockedFrei übertaktbar, höheres Power‑Limit
KFUnlocked, ohne iGPUWie K, aber keine integrierte Grafik
FOhne iGPUGleiche Leistung wie Non‑F, aber ohne integrierte Grafik
TLow‑PowerNiedrigere TDP, geringerer Takt, effizienter
KSSpecial EditionSelektierte High‑Bin‑Chips, höherer Boost
X / XEExtreme EditionHigh‑End‑HEDT‑CPUs (ältere Serien)
Quelle: Intel

Schlusswort

Ist eine CPU-Drosslung nun schlimm? Nein, es ist ein Schutzmechanismus. Im Grunde ist das alles auch kein Hexenwerk, man muss es halt nur wissen und die CPU‑Temperatur im Auge behalten, dies haben die wenigsten auf dem Schirm. Wie siehst du das.

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