Fotografie: In RAW, JPEG oder beides aufnehmen?

Fotografie: In RAW, JPEG oder beides aufnehmen?

Wenn ich an meine ersten Fotos zurückdenke, sehe ich mich mit einer Casio Exilim durch die Gegend laufen. Es war eine kleine kompakte Digitalkamera. Sie war handlich, hatte einen kleinen Zoom und war immer griffbereit. Die Aufnahmen waren für die damalige Zeit völlig in Ordnung. Über Aufnahmeformate wie RAW wusste ich damals nicht einmal, dass es so etwas gibt. Das änderte sich erst, als ich mich intensiver mit Spiegelreflexkameras beschäftigte und deren Möglichkeiten entdeckte.

Meine Erste Spiegelreflexkamera

Ich erinnere mich noch genau an meine erste DSLR. Ich war völlig überfordert und musste mich Schritt für Schritt herantasten. Mit den ersten Aufnahmen im Automatikmodus konnte ich beobachten, wie ISO, Belichtungszeit und Blende zusammenspielen. Genau daraus habe ich viel gelernt. Zu ISO, Blende und Verschlusszeit kannst du hier mehr erfahren: Der Ultimative Fotografie-Guide für Anfänger

Man sagte mir früher oft, dass eine DSLR im Automatikmodus keinen Sinn ergebe und ich dann auch meine Kompaktkamera weiter nutzen könne. Das trifft jedoch nur bedingt zu. Meine Canon 500D habe ich im Laufe der Zeit fast ausschließlich im manuellen Modus genutzt, um zu üben und ein Gefühl für die Einstellungen zu bekommen.

Das RAW Format war mir zwar in den Kameraeinstellungen aufgefallen, aber ich habe es zunächst nicht weiter beachtet. Erst nach intensiverer Recherche wurde mir klar, was RAW eigentlich ist und welche Möglichkeiten es bietet. Da mir jedoch sowohl die Erfahrung als auch die passende Software fehlten, blieb ich zunächst bei JPEG. Später stellte ich auf JPEG und RAW um, damit ich im Zweifel beide Varianten eines Bildes hatte.

Grenzen des JPEG-Formats

Mit zunehmender Erfahrung im manuellen Fotografieren wurden mir die Grenzen von JPEG immer deutlicher. Besonders bei Unterbelichtungen und Überbelichtungen zeigte sich, wie eingeschränkt das Format ist. JPEG Bilder werden bereits in der Kamera bearbeitet und komprimiert. Dadurch geht ein großer Teil des Spielraums für die Nachbearbeitung verloren.

JPEG liefert fertige und farbtreue Bilder. Das ist praktisch, aber ich wollte das volle Potenzial meiner Kamera nutzen. Deshalb begann ich, mich intensiver mit RAW Aufnahmen zu beschäftigen.

RAW+JPEG der Übergang

Im RAW und JPEG Modus gibt die Kamera beide Dateien aus. Eine fertige JPEG Datei, die sofort weitergereicht werden kann, und eine RAW Datei für die erweiterte Bearbeitung. Dieser Modus ist jedoch speicherintensiv.

Bei APS C Kameras liegen JPEG Dateien oft zwischen 6 und 12 Megabyte und RAW Dateien zwischen 20 und 35 Megabyte. Bei Vollformatkameras können JPEG Dateien 8 bis 20 Megabyte und RAW Dateien 25 bis 60 Megabyte oder mehr erreichen. Das summiert sich schnell.

Meine Entscheidung für RAW

Im Laufe der Jahre habe ich mir eine feste Routine angewöhnt und fotografiere heute ausschließlich in RAW. Ich bearbeite jedes Foto individuell und entwickle nach meinem eigenen Look. Außerdem möchte ich das gesamte Potenzial eines Bildes nutzen.

Ein zusätzliches JPEG wäre manchmal praktisch, bringt aber Unordnung ins Archiv und verbraucht unnötigen Speicherplatz.

Wenn deine Kamera die Möglichkeit bietet, RAW aufzunehmen, solltest du zumindest RAW und JPEG aktivieren. Du weißt nie, wann du die RAW Datei vielleicht doch brauchst.

Schlusswort

Ich fotografiere inzwischen nur noch im manuellen Modus und im RAW Format und komme damit hervorragend zurecht. Im Vergleich zu meiner alten Casio Exilim hat sich meine Fotografie komplett verändert. Und ganz ehrlich, was ist heute schon eine Casio. Und du so?

2 Meinungen zu “Fotografie: In RAW, JPEG oder beides aufnehmen?”

  1. #1 Horst Schulte 0350

    Ich bin inzwischen auch fast nur noch im manuellen Modus unterwegs. Eine Zeit lang habe ich parallel in RAW und JPEG fotografiert, später dann nur noch in JPEG. Wahrscheinlich haben die vielen Kollegen, die die Vorteile des RAW-Formats betonen, dazu beigetragen, dass ich letztlich doch bei RAW gelandet bin.

    Die großen Datenmengen sind allerdings schon ein kleiner Wermutstropfen. Bei der Bearbeitung habe ich die oft beschriebene Einschränkung im Farbspektrum bisher allerdings kaum wahrgenommen – wobei ich zugeben muss, dass mir dafür vielleicht noch die Übung fehlt.

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    1. #2 André G. 0C6F

      Stimmt, ich habe viel Übung dafür gebraucht. Ich sage mal so: Wenn die RAW nichts geworden ist, dann ist das JPEG auch nichts geworden. Aus der RAW kannst du dir immer noch ein JPEG automatisch erstellen lassen und hast dabei deutlich mehr Spielraum.
      Hast du jedoch nur das reine JPEG, bist du auf das beschränkt, was du siehst.