Microsoft, Apple & co – welches Betriebssystem?

Microsoft, Apple & co – welches Betriebssystem?

Microsoft, Apple und Linux sind drei Systeme, über die man immer wieder hört, dass eines besser als das andere sei. Doch was bedeutet überhaupt besser? Kannst du wirklich behaupten, dass ein System besser ist, oder handelt es sich nur um deine persönliche Einschätzung? Dieses Thema hat mich gerade beschäftigt, und ich denke, dass ich meinen Standpunkt dazu beitragen möchte.

Die Grundidee hinter den Systemen

Microsoft setzt auf Flexibilität statt Perfektion. Windows läuft auf einer enormen Bandbreite von Geräten, was einerseits große Freiheit ermöglicht, andererseits aber auch viele potenzielle Fehlerquellen mit sich bringt. Diese Offenheit ist sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil, denn sie erlaubt maximale Anpassung, verlangt jedoch gleichzeitig mehr Fehlertoleranz.

Apple verfolgt einen anderen Ansatz und bietet alles aus einer Hand. Das Unternehmen entwickelt die Hardware, das Betriebssystem und die dazugehörige Software selbst. Dadurch entsteht ein geschlossenes Ökosystem, das weniger Chaos, weniger Treiberprobleme und insgesamt weniger Überraschungen verursacht.

Linux steht für Kontrolle statt Komfort. Es richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer, die genau wissen möchten, was im Hintergrund passiert. Das System ist Open Source, frei anpassbar und kommt ohne versteckte Prozesse aus. Allerdings erfordert es mehr Eigeninitiative, denn Linux ist kein System, das man einschaltet und sofort nutzen kann. Es ist eher ein Werkzeugkasten, den man aktiv gestalten und pflegen muss.

Stabilität und Wartung

Windows ist flexibel, aber auch anfälliger. Updates erscheinen häufig, manche Einstellungen ändern sich ohne Vorwarnung und viele vertraute Arbeitsabläufe haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Besonders deutlich wird das, wenn man lange mit Windows gearbeitet hat und bestimmte Routinen gewohnt war.

macOS läuft sehr stabil, Updates sind in den meisten Fällen unproblematisch und das System bleibt über viele Jahre hinweg schnell. Man muss nur wenig tun, um das System sauber und zuverlässig zu halten.

Linux ist extrem stabil, sobald das System einmal vollständig eingerichtet wurde. Viele Server laufen monatelang ohne einen einzigen Neustart. Die Einrichtung kann jedoch je nach Hardware und Software mühsam sein, und man muss bereit sein, Probleme selbst zu lösen.

Software und Kompatibilität

Microsoft ist in diesem Bereich praktisch unschlagbar. Ob Spiele, Spezialsoftware, ältere Programme oder unternehmensspezifische Tools, Windows läuft auf nahezu allem und bietet die größte Softwarekompatibilität. Diese breite Unterstützung macht das System besonders vielseitig und für viele Anwendungsfälle zur ersten Wahl.

Für kreative Arbeit ist macOS sehr stark. Foto-, Video- und Audioprojekte laufen stabil, performant und oft sogar besser als unter Windows. Allerdings gibt es Programme, die gar nicht für macOS verfügbar sind, und andere, die nur eingeschränkt funktionieren. Dadurch ist man in manchen Bereichen weniger flexibel. In der Industrie ist macOS, abgesehen von Multimedia oder der Softwareentwicklung, eher selten bis gar nicht im Einsatz.

Unter Linux wird das Thema Kompatibilität schnell komplex. Viele Programme existieren nicht nativ für dieses System. Zwar lassen sich viele Anwendungen über Wine oder Proton nutzen, doch das funktioniert nicht immer zuverlässig. Für Entwicklerinnen und Entwickler ist Linux hervorragend geeignet, während es für Gamer oder Kreative häufig Einschränkungen gibt.

Hardware und Erweiterbarkeit

Windows‑Systeme bieten maximale Freiheit bei der Hardwarewahl, weil man jede Komponente selbst bestimmen kann,von der Grafikkarte über den Speicher bis hin zu Mainboard, Kühlung und Peripherie. Diese Offenheit macht das System extrem flexibel, aber sie sorgt auch dafür, dass Stabilität und Kompatibilität stark von der jeweiligen Zusammenstellung abhängen.

Apple setzt auf hochwertige Geräte, die jedoch kaum erweiterbar sind. RAM und SSD sind fest verlötet, sodass das System dauerhaft in der Konfiguration bleibt, in der man es gekauft hat. Das sorgt für Stabilität und ein sauberes Gesamtsystem, nimmt einem aber jede Möglichkeit, später nachzurüsten.

Linux läuft grundsätzlich auf einer großen Bandbreite von Hardware, doch nicht jede Komponente wird zuverlässig unterstützt. Je spezieller die Ausstattung, desto wichtiger ist es, vorher zu prüfen, ob passende Treiber existieren. Wer Linux nutzt, sollte bereit sein, im Zweifel selbst Hand anzulegen und Lösungen zu finden.

Datenschutz und Kontrolle

Windows 11 ist stark auf Online‑Dienste ausgerichtet, denn viele Funktionen sind tief mit dem Microsoft‑Konto, OneDrive und der integrierten Telemetrie verknüpft. Das System lässt sich zwar anpassen, aber man merkt deutlich, dass Microsoft den Cloud‑Weg bevorzugt und viele Prozesse standardmäßig online laufen.

Apple sammelt vergleichsweise wenige Daten und zwingt Nutzerinnen und Nutzer nicht in die Cloud. macOS verhält sich im Hintergrund eher zurückhaltend, und viele Funktionen lassen sich problemlos lokal nutzen, ohne dass ständig Daten übertragen werden.

Unter Linux hat man die volle Kontrolle über das System, denn es gibt keine Telemetrie, keine verpflichtenden Cloud‑Dienste und keine versteckten Prozesse. Für Menschen, die Wert auf Datenschutz und Transparenz legen, ist Linux daher die stärkste Wahl.

Der Workflow im Alltag

Der Windows‑Workflow ist flexibel und enorm kompatibel, wirkt im Alltag aber zunehmend unruhig, weil viele Prozesse im Hintergrund laufen und sich Funktionen immer wieder verändern. Wer lange mit Windows gearbeitet hat, merkt schnell, wie stark sich die gewohnten Abläufe geändert haben.

Der macOS‑Workflow soll entspannter und stabiler laufen, mit einer ruhigen Oberfläche und möglichst wenig Ablenkung. Alles läuft konsistent, und man kann sich gut auf die eigentliche Arbeit konzentrieren.

Der Linux‑Workflow ist technisch geprägt und vollständig kontrollierbar, verlangt aber oft ein wenig Handarbeit. Für Menschen, die gerne optimieren und ihr System wirklich verstehen wollen, ist das ideal, doch es setzt die Bereitschaft voraus, selbst Lösungen zu finden.

Welches System im Alltag?

Microsoft ist im Alltag die bessere Wahl, wenn man maximale Software‑Kompatibilität benötigt, regelmäßig spielt, spezielle Hardware einsetzt oder ein System selbst bauen und erweitern möchte. Die große Flexibilität macht Windows besonders vielseitig und für viele Szenarien zur pragmatischen Lösung.

Apple eignet sich am besten, wenn man ein stabiles und wartungsarmes System sucht, viel im Mediendesign arbeitet und keine Lust auf Treiber‑ oder Update‑Chaos hat. macOS bleibt über Jahre hinweg zuverlässig und bietet eine ruhige, konsistente Arbeitsumgebung.

Linux ist ideal, wenn man volle Kontrolle über das System möchte, keine Telemetrie akzeptiert und ein schnelles, schlankes System ohne unnötigen Ballast bevorzugt. Wer bereit ist, selbst Hand anzulegen und Lösungen eigenständig zu finden, bekommt hier die größte Freiheit.

Globale Desktop‑Marktanteile 2025 (StatCounter)

StatCounter gilt als die verlässlichste Quelle für weltweite Betriebssystem‑Marktanteile, weil die Daten regelmäßig aktualisiert werden und auf einer großen Menge realer Nutzungsdaten basieren. Laut den StatCounter‑Zahlen für 2025 kommt Windows auf rund 72 Prozent, macOS auf etwa 15 Prozent und Linux auf ungefähr 4 Prozent. Der Rest verteilt sich auf ChromeOS und andere Systeme. Diese Werte sind gut nachvollziehbar und werden branchenweit als Referenz genutzt.

Schlusswort

Und welches System ist nun besser? Ich konnte mich mit macOS noch nie wirklich anfreunden und nutze Windows seit Version 3.0 über Windows 2000 und XP bis heute in allen Varianten. Aus meiner Sicht läuft Windows seit Version 8 überraschend stabil, angenehm flüssig und insgesamt deutlich zuverlässiger als früher. Und mit 72 Prozent Marktanteil im Jahr 2025 bleibt Windows für mich das stärkere System. Linux sehe ich als Serverbetriebssystem. Jedes System hat je nach Einsatz seine Vor- und Nachteile.

Was sagst du dazu?

18 Meinungen zu “Microsoft, Apple & co – welches Betriebssystem?”

  1. #1 onli 9D70

    Ein paar Details stimmen nicht.

    Hardwarekompatbilität – Linux läuft auf viel mehr Hardware als Windows. Spätestens seit Windows 11 recht neue Prozessoren voraussetzt, aber auch bei Treibern für Grafikkarten und sonstiger Hardware ist das Feld unterstützter Hardware unter Linux viel größer. Kann man trotzdem in nicht unterstützte Hardware rennen? Klar. Ganz neue Grafikkarten z.B. brauchten noch in den letzten Jahren manchmal ein bisschen Zeit, bis die Treiber wirklich standen. Aber generell gibt es Kompatibilitätsprobleme entschieden weniger oft als unter Windows.

    Bei der Softwarekompatibilität ist Linux ebenso weit vorne. Es gibt sehr viel Linuxsoftware, die unter Windows schlecht unterstützt wird oder gar nicht läuft. Aber auch alte Software läuft sehr viel öfter gut mit Linux – bei Windowssoftware via Wine – als unter Windows. Gerade bei Spielen ist das ein großes Thema und ist es schon viele Jahre so, dass man Retrospiele eher unter Linux statt einem neuen Windows probieren sollte. Und neue Spiele laufen unter Linux ja sowieso auch (ausgenommen mancher Multiplayerspiele mit an den Windowskernel gebundenem Anticheat, aber das ist abzuwägen gegen die vielen anderen weiterhin unterstützten Spiele). Einzelne unter Linux nicht laufende Windowssoftware gibt es auch, Ausnahmen bestätigen eben die Regel.

    Die Einrichtung eines modernen Linuxdesktops, einer normalen Distribution, ist auch anders als du schreibst keineswegs aufwändiger als unter Windows. Im Gegenteil. Man muss absolut nicht generell Probleme lösen. Wieder gilt: Manchmal doch. Aber das gilt für Windows auch. Und die Standardeinstellungen sind praktisch überall viel nutzerfreundlicher als unter Windows, sodass man am Ende weniger Aufwand hat – insbesondere wenn man anfängt, bei Windows wegen dem Datenschutz rumzukonfigurieren.

    Ich würde auch die Überlegungen zum Workflow anzweifeln. Der hängt doch sehr von den genutzten Programmen ab und lässt sich nicht so verallgemeinern. Dazu kommt unter Linux die große Auswahl an Desktopoberflächen, die dann auch zu unterschiedlichen Arbeitswegen führen können. Davon sind einige z.B. überhaupt nicht technisch geprägt und existiert bei den Erstellern eine Kontraeinstellung zur Nutzerkontrolle, bei Gnome insbesondere. Zu wem das dann passt hat überhaupt keine eigene Handarbeit nötig.

    1. #2 André G. 8F48

      Ich hätte nicht mit so viel Rückmeldung gerechnet, fast wie von einem echten Linux‑Fan. Danke dafür.

      Bei der Hardware‑Kompatibilität kann man sicher diskutieren. Windows setzt zwar neuere Prozessoren voraus, nutzt die vorhandene Technik aber meist auch effizienter. Bei der Software bin ich mir ebenfalls nicht sicher, ob Linux wirklich mithalten kann. Es gibt zwar viele Programme, aber ob das „weit vorne“ ist, bezweifle ich, denn es gibt zu viele große marktführende Softwarehersteller, die ihre Produkte nur für Windows oder Apple bereitstellen, und das vermutlich nicht grundlos. Wäre der Marktanteil ausgeglichener, sähe das Bild vielleicht anders aus. Spiele laufen mit Sicherheit auch nicht alle problemlos, und Windows bleibt aufgrund seiner Reichweite wahrscheinlich weiterhin kompatibler. Software, die nur über Emulatoren oder Kompatibilitätsschichten funktioniert, würde ich nicht als wirklich kompatibel ansehen.

      Je nach Einsatzgebiet haben beide Systeme Vor- und Nachteile. Betrachtet man den Marktanteil, liegt Windows vorne, auch wenn Linux‑Nutzer das ungern hören. Apple‑Nutzer würden vermutlich wieder ganz andere Argumente liefern. Meine Linux‑Erfahrung beschränkt sich auf Server wie Debian. Die Desktop‑Varianten kenne ich nicht alle.

      1. #3 onli 1D03

        Hi 🙂 Klar, ich nutze Linux jetzt seit Jahrzehnten selbst (auf Desktop und Server), aber sonst könnte man solch eine Entgegnung auch kaum fundiert schreiben.

        Man müsste jetzt konkret werden. Windows nutze vorhandene Technik effizienter – da könnte ich sonst nicht mehr als stur klingend nein sagen, weil ich keinen einzigen Faktor kenne bei dem das so wäre. Kannst du einen benennen? Vll hast du ja was konkretes im Kopf. Grundsätzlich ist der Linuxkernel technisch ziemlich stark und wird von vielen Firmen entwickelt, dass Microsoft alleine da auch nur mithalten könnte wäre beeindruckend genug.

        Auf „viele große marktführende Softwarehersteller“ nur für Windows oder MacOS komme ich in meinem Kopf auch nicht, aber das hängt an den den einzelnen Wörtern – es gibt ja schon gar nicht so viele große Softwarehersteller. Es gibt aber natürlich Software, die für Windows oder MacOS gemacht wird und nicht für Linux. Gibt es dann für Linux keine Alternative ist die Frage. Sonst ist das Existieren von nicht portierter Software ja erstmal auswirkungslos. Und solche Alternativen gibt es in allen mir bekannten Bereichen, außer absoluten Nischen (eine Flugvorbereitungssoftware für iOS wurde mir letztens genannt, wegen der US-Piloten Appletablets statt Androidtablets bräuchten). Generell hilft es natürlich, dass relevante Software mittlerweile so oft als Webapp und damit überall läuft. Der Alltag für den großen Großteil aller Nutzer ist ja schon dadurch mit einem einzigem Browser abgedeckt, egal ob Chrome oder Firefox.

        Plus Spielen vll. „Spiele laufen nicht alle problemlos.“ Nein, wie beschrieben tun sie das nicht. *Alle* ist ein viel zu harter Faktor. Nur laufen unter Linux halt viel mehr Spiele problemlos als unter Windows, ist meine Erfahrung. Beschränke es auf nur aktuelle Spiele und Windows sieht eher Land. Aber trotzdem, Linux ist für Gamer superstark mittlerweile. Dass Linux tolles Abschneiden hier via Proton und Wine erreicht wird lasse ich nicht als Einschränkung gelten – das ist doch völlig egal, wenn das Ergebnis nachteilslos ist. Wirklich, ich spiele selbst viel und es ist mittlerweile so, dass ich Spiele einfach kaufe und losspiele, nichtmal die Kompatibilität vorher prüfe (gut, man kann bei Steam ja im Zweifel zurückgeben. Aber früher prüfte ich vorher – das scheint inzwischen unnötig, weil es jetzt bei so viele Spielen immer direkt klappte). Die Spielekategorie in meinem Blog ist da vll für einen Eindruck interessant, die Reviews dort sind seit 2016 alle von unter Linux gespielten Spielen. Müssten, rechne ich gerade richtig, bei 14 Archivseiten seit dem Zieljahr über 200 Blogartikel sein mit fast ebensovielen Spielereviews… Gerade saß ich an Baldur’s Gate 3, das vorher via Proton hervorragend lief und kürzlich eine native Linuxversion bekam, nur um noch etwas besser zu laufen.

        Übrigens, Youtube ist gerade voll mit Wechslervideos, von Windows zu Linux. Das habe ich so noch nie gesehen. Was auch immer das bedeutet, dass dem so ist liegt an der wahrgenommenen Alltagstauglichkeit des Linuxdesktops (und großer Unzufriedenheit mit Windows 11, daher vielen Klicks für die Videos). Man muss schauen wie sehr das die bereits laufende Marktanteilsverschiebung befeuern wird, aber es fühlt sich schon wie ein Kipppunkt an.

        1. #4 André G. 5794

          Hey Oliver,

          ich überlege, ob es ein Wespennest oder ein Hornissennest war, in das ich hineingestochen habe. 😉

          Der Linux‑Kernel ist bestimmt sehr stark und gewinnt auch viel Aufmerksamkeit und Nutzerzuwachs. Trotzdem glaube ich, dass Windows besser mit der Energieeffizienz von Notebooks sowie mit den E‑/P‑Cores oder der NPU umgehen kann, da nach meinen Recherchen Intel die Treiber vorrangig (oder sogar ausschließlich?) an Microsoft ausliefert, einfach wegen der deutlich größeren Nutzerbasis. Und mit „effizienter“ meine ich, wenn ein Notebook oder PC direkt vom Hersteller auf Windows optimiert wurde. Mir ist schon klar, dass Linux Open Source ist und viele Unternehmen daran mitarbeiten, was Linux stark und flexibel macht.

          Softwarehersteller gibt es durchaus viele große, die nur unter Windows laufen, besonders in der Industriebranche.
          Software von Siemens, MS, Adobe, EPLAN, DATEV, die meisten CAx‑Systeme usw. sind weltweit marktführend und laufen ausschließlich auf Windows. Und die meisten dieser Programme kann man aus verschiedenen Gründen nicht einfach als Webapp betreiben.

          Bei Spielen hingegen ist es so, dass sie immer mehr cloudbasiert werden und große Hardware dabei immer weniger eine Rolle spielt. Ich bin kein Pro‑Gamer, doch ich glaube nicht, dass bekannte und große Spielehersteller Windows auslassen und nur für Linux entwickeln. Wenn ein Spiel Probleme macht, liegt es dann an der Hardware oder an der Software? Oder vielleicht an beidem?
          Mich würde interessieren, wie du darauf kommst, dass unter Linux mehr Spiele laufen als unter Windows. Ich betrachte es so: Softwarehersteller haben doch das Interesse, für die Masse zu entwickeln, und das sind nun mal (standardmäßig) die Windows‑Nutzer. Der eine Hersteller bleibt konsequent bei Windows, der andere entwickelt zusätzlich für Linux und/oder Apple‑Systeme mit. Oder sehe ich das falsch? Ok, es mag auch Software geben, die nur für Linux entwickelt werden, doch schlussendlich geht es um Geld und um Absatz. An MS‑Kunden kann man in Summe mehr verdienen. So denke ich.

          In der Medienbranche behaupte ich einfach mal, dass sich Apple dort am besten durchgesetzt hat. Linux hat ebenfalls seine Daseinsberechtigung, und ich kann verstehen, dass sich der eine oder andere aus den Zwängen von Microsoft oder auch Apple befreien möchte. Hat alles seine Vor‑ und Nachteile. Oder?

          1. #5 onli 7835

            Zur Ausuferungsbegrenzung nur noch ein paar konkrete Antworten.

            Zur Energieeffizienz bei Notebooks kenne ich keine aktuelle Statistik. Erfahrungsberichte gehen in beide Richtungen. Intel war da früher mit den Powertop-Tools mal hinterher. Für NPUs gibt es auch einen Inteltreiber (https://github.com/intel/linux-npu-driver), im Kernel sei ebenfalls einer integriert, ebenso bei AMD – wobei NPUs in meinen Augen tote Hardware sind, die keinen echten Anwendungszweck haben, aber das ist ein anderes Thema. Den Fall, dass ein Laptop wegen Herstelleranpassungen zumindest erstmal unter Windows weniger Akku verbraucht gibt es tatsächlich – macht aber abseits davon keine Aussage zu generellen Systemeigenschaften.

            > Mich würde interessieren, wie du darauf kommst, dass unter Linux mehr Spiele laufen als unter Windows.

            Beispiel: Anno 1602. Ich verbrachte damals Stunden damit, das unter Windows zum Laufen zu bewegen. Nichts klappte. Unter Linux lief es (mit Wine) sofort. Breitere Unterstützung von alten Spielen + breite Unterstützung von neuen -> insgesamt läuft meiner Einschätzung nach mehr. Ansonsten ist es durch Proton erstmal egal, ob der Spielehersteller die Linuxunterstützung direkt einplant oder nicht, solche markttheoretischen Überlegungen führen in die Irre. Steam starten und losspielen, das ist was entscheidet.

            > Ok, es mag auch Software geben, die nur für Linux entwickelt werden, doch schlussendlich geht es um Geld und um Absatz.

            Es gibt eine riesige Welt freier Software – kostenlos und frei lizenziert, also mit änderbarem Quellcode – in der es höchstens nachgelagert um Geld und Absatz geht.

            > Hat alles seine Vor‑ und Nachteile. Oder?

            Schon, aber welche Vor- und welche Nachteile, darum geht es doch.

          2. #6 André G. 9380

            Früher, vor Windows 8, hatte ich auch hin und wieder Probleme, Software zu installieren. Aber das ist heute nicht mehr der Rede wert, sofern die Voraussetzungen der Hersteller erfüllt werden. Das wird bei Linux mit Sicherheit auch nicht anders sein.

            Ich meine, Linux arbeitet sicher perfekt mit Intel‑Prozessoren und diversen Softwarearten, das streite ich auch nicht ab. Ich denke auch, dass es Argumente gibt, bei denen beide Seiten ihre Vorzüge haben. Ich muss außerdem zugeben, dass ich nicht aktiv mit Linux arbeite und auch nicht weiß, welche Software es gibt, die explizit für Linux entwickelt wurde. Ich sehe eher die Software, die nicht für Linux verfügbar ist, sondern nur für Windows oder auch für macOS. Es gibt so viele Computer‑Hardware‑Hersteller (intern und extern), die eigene Treiber und Software mitliefern, da braucht man sich ja nur einmal die Systemvoraussetzungen anzuschauen.

            >> Steam starten und losspielen – das ist, was entscheidet.
            Früher gab es kein Steam (vor 2000). Da musste ich per Compact Disc meine Spiele installieren, hat es mir nicht gefallen, wurde getauscht oder verkauft. Heute kaufst du digitale Spiele, die teurer sind, an einer E-Mail-Adresse gebunden sind und wirst sie nie wieder los. Und du bist auf diese Laucher angewiesen, denn davon gibt es ja inzwischen auch eine Menge (jeder Spielehersteller).

            Zu meiner damaligen Zeit war Linux vor allem als Betriebssystem bekannt, das auf sehr alter Hardware noch flüssig lief. Linux bringt ja bereits eine Menge Tools mit, die für den einen oder anderen eine ausreichende Alternative darstellen, was auch gut ist.

            >> Es gibt eine riesige Welt freier Software – kostenlos und frei lizenziert, also mit änderbarem Quellcode –, in der es höchstens nachgelagert um Geld und Absatz geht.
            Das ist wohl wahr.

  2. #7 Lorenzo 709F

    Ja, bei Linux stimmen die Vorurteile nicht mehr so. Außerdem kann man mit Linux prima arbeiten.

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    1. #8 André G. FED0

      Stimmt, Linux hat sich in mit Sicherheit in vielen Bereichen weiterentwickelt. Trotzdem hängt es für mich immer vom Einsatzgebiet ab, welches System am besten passt.

          1. #11 Lorenzo A14F

            Und auf einem PC läuft Linux genauso gut wie Windows – oft sogar besser. Außerdem gibt es keinen Online-Konto-Zwang. Auf dem Computer bei meinen Eltern habe ich im August wieder Linux Mint installiert und bin seitdem viel glücklicher.

          2. #12 André G. 7DC7

            Es freut mich, dass ihr mit Linux glücklicher seid. Ich halte dennoch daran fest, dass Windows nicht grundlos so weit verbreitet ist und gerade im Industriezweig weltweit der Platzhirsch bleibt. Linux hingegen mag serverseitig führend und in vielen Bereichen stärker sein, wobei Windows Server ebenfalls noch eine relevante Rolle spielt.

            Abgesehen davon ist die Hardwarekonfiguration ebenfalls ein entscheidender Faktor, genauso wie der Einsatzzweck. Auch Windows 11 lässt sich mit ein paar einfachen Kniffen lokal installieren. Ein Online‑Konto‑Zwang? Läuft zum Beispiel Steam oder Adobe ohne Konto? Für nahezu alles benötigt man heutzutage ein Benutzerkonto. Bei einem Betriebssystem wird es dann plötzlich als Zwang betrachtet? Ohne Konto sind doch auch Apple‑Geräte nur eingeschränkt nutzbar.

            Es ist nun mal so: fünf Köpfe, fünf Meinungen. 😉